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Seesener Beobachter – Marketing auf Kosten der Kinder

Die Facebook-Seite Beobachter Online wird vom Seesener Beobachter betrieben. Laut eigener Angaben eine lokale Tageszeitung, die seit 135 Jahren in Seesen und Umgebung erscheint. Herausgeber der Zeitung ist der Verlag H. Hofmann GmbH & Co. KG.

Genauso alt wie das Magazin ist wohl auch das Menschenbild des Verlages, denn vor wenigen Tagen hat der Beobachter Online auf Facebook dazu aufgerufen, das Baby der Jahres 2015 zu wählen. Einmal mehr wird das Recht der Kleinen auf Ruhe und auf Privatsphäre mit egozentrischen Füßen getreten, um am Rande auch noch für billiges Spielzeug zu werben. Marketing und Werbung auf Kosten der ahnungs- und wehrlosen kleinen Kinder.

  • Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre
  • Die Babys haben nicht davon
  • So lernen Kinder garantiert keine Medienkompetenz
  • Die Aktion bitte sofort stoppen

Unsere Kritik gilt dem Appell des Verlages genauso wie den kurzsichtigen Eltern, die bei diesem blöden Mist mitmachen. Unsere Kritik gilt allen, die kleine Kinder schamlos zur Schau stellen und vermutlich glauben, dass das süß und niedlich ist, anstatt über Scham und Persönlichkeitsrechte nachzudenken.

Ein Miss Seesen Wahl oder Mister Seesen Wahl wäre in jedem Fall besser gewesen, aber dann hätten die Damen und Herren sich ja öffentlich zeigen müssen.

„Sämtliche eingereichten und verwertbaren Bilder werden unter Angabe des Namens und des Geburtsdatums veröffentlicht.“

Schämen sollt Ihr Euch!

Wir bitten den Seesener Beobachter, die Aktion sofort abzubrechen.

Seesener Beobachter

Ein klares Nein! zu: Baby des Jahres 2015

Ein absurder Wettbewerb auf Kosten der Babys

Ein Vater treibt Unfug mit seinem schlafenden Kind, seinem schlafenden Baby. Damit inspiriert er weitere Väter, ebenfalls albernen Unfug mit deren schlafenden Kindern zu machen. Mit deren schlafenden Babys. Dann veröffentlichen sie online für alle sichtbar unzählige Fotos und die Welt lacht sich schlapp.

Ja, Väter treiben mit Ihren schlafenden Babys alberne Dinge, die sie bei keinem anderen Menschen wagen würden. Egal ob diese schlafen oder nicht. Denn dann gäbe es vermutlich großen Ärger, ganz großen Ärger. Zu Recht.

Babys aber machen keinen Ärger, die lächeln immer zurück. Fast immer. Bei Papa eigentlich immer. Denkt Papa.

Papa 1 nimmt sich also ein paar Süßigkeiten und stapelt diese auf dem schlafenden Kind. Ist doch lustig der Turm. Papa 2 macht es ihm nach. Kann sogar noch mehr auf dem Kind abladen. Papa 2 quietscht vor Freude. Ein lustiges Spiel.

Es ist schon etwas länger her, dass mir eine Aktion im Web in Sachen Kinderfotos so bitter aufgestoßen ist. Und dann kommt bei einem Meinungsaustausch auf Facebook ein Kommentar daher, der es genau dahin treibt, wo es immer landet: Ich nehme das alles zu ernst, bin zu verkrampft.

Keine Kinderfotos im Social Web - Also entspannt Euch mal

Ich halte diese Locker-bleiben-Argumentation für schwach. Im ersten Moment scheint sie plausibel, lebensnah und wie ein geeigneter Kompromiss mitten im Schwarz-Weiß-Denken. Aber beim zweiten Hindenken wird mir dann wieder bewusst, dass es mir mit Keine Kinderfotos im Social Web genau darum geht, eine klare, unverrückbare Grenze aufzuzeigen, indem ich immer wieder kompromisslos darauf hinweise, dass eben auch die Würde von kleinen Kindern unantastbar ist. Unmissverständlich.

Lasst also bitte die Babys in Ruhe. Vor allen Dingen wenn sie schlafen.

Man muss schon ein sehr gelangweilter Mensch mit dem Hirn eines Pandabären sein, wenn man auf die Idee kommt, so entwürdigende Bilder von Kindern online zu stellen und daraus auch noch einen Wettbewerb zu machen.

boredpanda.com

Ein klares Nein! zu: Dads Compete To See Who Can Stack More Cheerios On Their Babies